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Glossar der Filamentpflege.

Von Absorption bis Wasserdampf: kurze Definitionen für die Begriffe, die in unseren Anleitungen mit einem kleinen i markiert sind.

48 Begriffe

A

Absorption

Aufnahme eines Stoffes in das Volumen eines anderen Stoffes. Bei Filament wandern Wassermoleküle in das Polymer hinein.

A

Additiv

Zusatzstoff, der einem Polymer gezielt Eigenschaften wie Farbe, Fließverhalten, UV-Schutz oder Festigkeit verleiht.

A

Adsorption

Anlagerung von Molekülen an einer Oberfläche. Sie ist von der Aufnahme in das Materialvolumen, der Absorption, zu unterscheiden.

D

Datenblatt

Technische Herstellerdokumentation mit Materialeigenschaften, Verarbeitungsgrenzen und Prüfbedingungen für eine konkrete Produktvariante.

D

Desorption

Abgabe zuvor aufgenommener Moleküle. Beim Trocknen verlässt Wasser das Filament und wird mit der Luft aus dem System geführt.

D

Diffusion

Durch zufällige Molekülbewegung verursachter Stofftransport von Bereichen hoher zu Bereichen niedriger Konzentration.

D

Drybox

Möglichst dicht geschlossene Box, die trockenes Filament mithilfe eines Trockenmittels vor erneuter Feuchteaufnahme schützt.

D

Düse

Austrittsöffnung des Hotends, durch die die Polymerschmelze als definierter Strang abgelegt wird.

D

Düsentemperatur

Solltemperatur des Hotends beim Drucken. Sie ist deutlich höher als eine zulässige Trocknungstemperatur und erfüllt eine andere Aufgabe.

E

Extruder

Fördermechanik des Druckers, die Filament kontrolliert in Richtung Hotend bewegt. Sie ist nicht mit der Düse selbst gleichzusetzen.

E

Extrusion

Kontinuierliches Fördern und Formen eines Materials durch eine Öffnung. Im FFF-Druck wird Filament im Hotend geschmolzen und durch die Düse gedrückt.

F

FFF

Fused Filament Fabrication: additives Fertigungsverfahren, bei dem geschmolzenes Filament schichtweise abgelegt wird.

Auch verwendet: FDM

F

Fick’sches Diffusionsmodell

Mathematische Beschreibung zeitabhängiger Stoffwanderung entlang eines Konzentrationsgefälles. Sie ist ein Modell mit Annahmen, kein Universalwert für jedes Filament.

F

Filament

Strangförmiges Ausgangsmaterial für den FFF-Druck, meist als Kunststoff mit definiertem Durchmesser auf eine Spule gewickelt.

f

freie Volumina

Kleine, zeitlich veränderliche Zwischenräume zwischen Polymerketten, durch die kleine Moleküle wie Wasser wandern können.

G

Glasübergangstemperatur

Temperaturbereich, in dem ein amorpher Polymeranteil von hart-glasig zu deutlich beweglicher und weicher übergeht.

G

Gleichgewichtsfeuchte

Zustand, bei dem ein Material unter konstantem Klima im Mittel genauso viel Wasser aufnimmt wie es wieder abgibt.

H

Heizbetttemperatur

Solltemperatur der Druckplatte. Sie beeinflusst Haftung und Verzug, sagt aber nichts über die richtige Filamenttrocknung aus.

H

Herstellerprofil

Satz produktspezifischer Verarbeitungs- und Pflegeangaben des Herstellers, etwa Druck-, Bett- und Trocknungsparameter.

H

Hotend

Beheizte Baugruppe des 3D-Druckers, die Filament aufschmilzt und der Düse zuführt.

H

Hydrolyse

Chemische Spaltung empfindlicher Bindungen durch Wasser. Bei Wärme kann sie Polymerketten verkürzen und ist durch späteres Trocknen nicht rückgängig zu machen.

H

Hygrometer

Messgerät für die Luftfeuchte. In einer Drybox misst es die Luft an seinem Einbauort, nicht den Wassergehalt im Filament.

h

hygroskopisch

Eigenschaft eines Stoffes, Wassermoleküle aus der Umgebung aufzunehmen. Wie stark das geschieht, hängt von Polymer, Rezeptur und Klima ab.

Auch verwendet: Hygroskopie

K

Kugellager

Lager mit rollenden Kugeln zwischen Innen- und Außenring. In einer DIY-Drybox kann es die Reibung unter der Spule reduzieren.

O

O-Ring

Ringförmige Elastomerdichtung. Sie dichtet nur zuverlässig, wenn Durchmesser, Schnurstärke und Anpressfläche zur Verbindung passen.

P

PETG

Glykolmodifiziertes Polyethylenterephthalat; ein thermoplastischer Polyester, der häufig für zähe technische Druckteile eingesetzt wird.

P

PLA

Polylactid; ein thermoplastischer Polyester, der wegen seiner einfachen Verarbeitung häufig im FFF-Druck verwendet wird.

P

Plastifizierung

Erhöhung der Beweglichkeit von Polymerketten durch einen eingelagerten Stoff. Wasser kann dadurch Werkstoffeigenschaften und Schmelzverhalten verändern.

P

Polarität

Ungleichmäßige elektrische Ladungsverteilung in einem Molekül. Sie beeinflusst, wie stark Wasser mit einem Polymer wechselwirken kann.

P

Polymer

Werkstoff aus sehr langen, wiederholt aufgebauten Molekülketten. Die Ketten liegen nicht als vollständig dichte, starre Wand vor.

P

PTFE

Polytetrafluorethylen; reibungsarmer Kunststoff, der häufig als Führungsrohr für Filament verwendet wird.

r

relative Luftfeuchte

Verhältnis des aktuellen Wasserdampfgehalts zur bei derselben Temperatur maximal möglichen Menge, angegeben in Prozent.

R

Retract

Kurzes Zurückziehen des Filaments bei Leerfahrten, um Nachlaufen aus der Düse und Fäden zu reduzieren.

S

Schmelze

Fließfähiger Zustand eines erwärmten Thermoplasts. Im Hotend wird Filament zur Polymerschmelze und anschließend durch die Düse gefördert.

S

Schottverschraubung

Durchführung durch eine Behälterwand, die auf beiden Seiten befestigt und mit einer passenden Dichtung abgedichtet wird.

S

Silicagel

Poröses Trockenmittel auf Siliziumdioxidbasis, das Wassermoleküle an seiner großen inneren Oberfläche bindet.

S

Slicer

Software, die ein 3D-Modell in Schichten und Maschinenbefehle für einen konkreten Drucker übersetzt.

S

Slicer-Profil

Gespeicherter Satz von Druckparametern, den eine Slicer-Software für Drucker, Material und Qualitätsziel verwendet.

S

Sorption

Oberbegriff für die Aufnahme oder Anlagerung eines Stoffes; umfasst hier Adsorption an der Oberfläche und Absorption in das Material.

S

Spule

Träger, auf dem Filament aufgewickelt ist. Durchmesser, Breite, Nabe und Werkstoff beeinflussen die Kompatibilität mit Box und Trockner.

S

Stringing

Feine Kunststofffäden zwischen getrennten Bereichen eines Druckteils, die mehrere mögliche Ursachen haben können.

S

Stufenbohrer

Konisch abgestufter Bohrer für mehrere Lochdurchmesser. Bei dünnem Kunststoff muss er kontrolliert und mit geeigneter Unterlage verwendet werden.

T

Thermoplast

Kunststoff, der beim Erwärmen erweicht oder schmilzt und beim Abkühlen wieder fest wird.

T

TPU

Thermoplastisches Polyurethan; elastisches Filament, dessen flexibler Strang besonders empfindlich auf Reibung im Zuführweg reagieren kann.

T

Trockenmittel

Material, das Wasser aus der umgebenden Luft bindet und so in einer dichten Box ein trockenes Klima unterstützt.

T

Trocknungstemperatur

Vom Hersteller für einen definierten Trocknungsprozess freigegebene Temperatur. Sie ist kein universeller Materialwert.

V

Volumenstrom

Materialvolumen, das pro Zeit durch die Düse gefördert wird. Blasen oder schwankende Förderung können ihn ungleichmäßig machen.

W

Wasserdampf

Gasförmiges Wasser in der Luft. Auch ohne sichtbare Tropfen können einzelne Wassermoleküle mit einem Polymer wechselwirken.